Pressetext März 2013

Der Videonale Preis der KfW Stiftung 2013 geht an: Christian Jankowski

Vorankündigung:

Ein Videoabend mit Werken von Christian Jankowski
Sonntag, 16. Juni 2013 um 18 Uhr im LVR-LandesMuseum Bonn

 

Christian Jankowski ist Preisträger des Videonale Preises der KfW Stiftung 2013. Unter 41 nominierten Videoarbeiten wählte die sechsköpfige Jury die Videoarbeit des Künstlers mit dem Titel „Casting Jesus“.

 

Jury-Mitglieder waren: Anita Beckers (Galerie Anita Beckers, Frankfurt; Blink video, Hamburg), Prof. Dr. Stephan Berg (Intendant Kunstmuseum Bonn), Ade Darmawan (Künstler und Mitbegründer des OK Video Festival, Jakarta), Leonhard Emmerling (Leiter des Bereichs Bildende Kunst, Goethe Institut), Solange Farkas (Direktorin Videobrasil, São Paulo), Dr. Hans-Michael Herzog (Direktor der Daros Latinamerica Collection)

 

„Die Videonale inspiriert, weil sie experimentiert, weil sie immer wieder nach neuen Formen der Präsentation sucht und sich auch kontroverser Themen annimmt. Ideen und Visionen aus der ganzen Welt werden geteilt, die Gemeinschaft gewinnt innovative Denk- und Sichtweisen. Dies entspricht auch unseren Zielen - die neu gegründete KfW Stiftung freut sich daher, das Engagement der KfW Bankengruppe bei der VIDEONALE.14 und bei der kommenden Videonale.15 fortzuführen“, sagt Dr. Bernd Siegfried, Geschäftsführer der KfW Stiftung.

 

In der Jury-Begründung zur Verleihung des Videonale Preises der KfW Stiftung 2013 heißt es:
Christian Jankowskis Filme und Installationen halten unserer Mediengesellschaft ebenso präzise, wie humorvoll  den Spiegel vor. Dabei benutzt er gängige Formate der Massenmedien wie TV-Shows und Soaps, um Kunst, Politik, Entertainment, Wirtschaft und globale Vermarktungsstrategien zu befragen und in ihren eigentlichen Antrieben kenntlich zu machen. Für „Casting Jesus“ hat er drei Vertreter aus dem Vatikan als Jury gewonnen, die in einer römischen Kirche aus 13 männlichen Jesus-Darstellern den besten Sohn Gottes auswählen sollen. Die von Jankowski arrangierte Situation folgt ganz den Regeln klassischer Casting-Shows und überrascht zugleich durch die Ernsthaftigkeit, mit der sowohl die Jurymitglieder, wie auch die Darsteller in ihren jeweiligen Rollen aufgehen. Während wir die Kommentare und Gesten der Protagonisten verfolgen, entdecken wir in ihnen zugleich die typischen Haltungen und Gesten aus der christlichen Ikonografie wieder. Die 60minütige Zwei-Kanalprojektion stellt damit dem biblischen Gebot, sich kein Bildnis zu machen, die Fülle der Bilder und Darstellungen gegenüber, die sich als Surrogate vor den wahren Gottes-Sohn geschoben haben. Indem Jankowski  in seinem Video auf sanfte Weise die Kirche dazu bringt, ihr eigenes Bild des Heilands anzufertigen, stellt er zugleich die Frage nach der Wahrheit des Gottesbildes. Für die ebenso humorvolle wie hintergründige Weise, in der der Künstler uns in dieser Arbeit die Zusammenhänge zwischen Authentizität, Glauben und Inszenierung zeigt, erkennt die Jury Christian Jankowski einstimmig den Preis der VIDEONALE.14 zu.

 

 

Eine besondere Anerkennung erteilte die Jury an Mariola Brillowska für ihre Arbeit „Des Teufels Kinder“:

Feinsinnig, hintergründig, mit viel schwarzem Humor spiegelt Mariola Brillowska in ihrem Video „Des Teufels Kinder“ den in unseren Gesellschaften herrschenden Zynismus wieder. Technisch brillant bis ins kleinste, liebevoll ausgearbeitete Details, nimmt sich ihr Video in sechs Episoden, lapidar und radikal zugleich, voller Witz und gleichzeitig gnadenloser und unerbittlicher Schärfe des Generationenkonflikts - und seiner definitiven Lösung - an. Eine gute Stunde Unterhaltung voller sprühender Ironie und Sarkasmus - ein erfrischender Beitrag zur sozialen Misere unserer Gegenwart.

 

 

Casting Jesus – Auszug aus dem Text von Fritzi von Schoenebeck, Sandra Tschauner - Videonalekatalog:

Christian Jankowskis „Casting Jesus“ zeigt die Suche nach einem Schauspieler, der dem Sohn Gottes gerecht werden soll. Kein glitzerndes Fernsehstudio, sondern eine schlichte Halle in Santo Spirito in Rom bildet die Kulisse für eine Castingshow der etwas anderen Art. In einer Doppelprojektion verfolgt man auf der linken Seite, wie nacheinander 13 männliche Protagonisten in einfachen Gewändern auftreten und den Anweisungen der dreiköpfigen Jury, zu sehen im rechten Bild, Folge leisten. Während die potentiellen Jesus-Darsteller meist ganzfigurig erscheinen, sieht man die drei Juroren im Closeup, lauscht ihren Anweisungen und den – ganz nach dem Castingshow-Format – nicht immer sachlichen Kommentaren. Neben dem äußeren Erscheinungsbild wird auch die schauspielerische Darbietung „typischer“ Gesten oder Haltungen aus dem Leben Christi gefordert, wie man sie aus der christlichen Ikonographie kennt. Von der Heilung imaginärer Krankheiten, über die Kreuztragung, bis hin zum vorgespielten Tod am Kreuz müssen die Kandidaten ihre Jesus-Qualitäten unter Beweis stellen. Im Finale schafft es tatsächlich einer der Verbliebenen, den Ansprüchen der Jury gerecht zu werden. Die Tatsache, dass es sich bei der Jury um Vertreter des Vatikans handelt, die ihrer Rolle ohne festgelegtes Drehbuch nachgehen, steigert die Skurrilität der Situation noch einmal zusätzlich und führt dem Betrachter die Widersprüche des Showbusiness – und unseres Bildes von der Person Jesus als einer seiner ersten Vertreter – vor Augen.

 

 

Biographisches zu Christian Jankowski:

Geb. 1968 in Göttingen, GER, lebt und arbeitet in Berlin, GER

Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg, GER

 

 

Ausstellungen (Auswahl):

2012 Casting Jesus, Utah Museum of Contemporary Art, Utah, USA
2012 Die große Geste, Art and the City: Public Art Festival, Zuürich, SUI
2011 Jesus está aquí, Proyectos Monclova, Mexico City, MEX
2011 All about my work and Me, Kunstwerke Berlin, GER
2010 The Perfect Gallery, Cube Gallery Manchester, GBR

 

 

 

-------------------

 

 

 

Katalog (zweisprachig) zur VIDEONALE.14, erschienen im Distanz Verlag

ISBN 978-3-95476-012-1
zum Preis von: 24,90 Euro
und DVD zum Preis von 9,90 Euro
Paketpreis Katalog und DVD: 29,90 Euro

Zu bestellen über die Webseite der VIDEONALE.14: v14.videonale.org

 

 

TERMINE DER VIDEONALE.14

Laufzeit der Ausstellung: 15.2.-7.4.2013
Finissage: Samstag, 6. April und Sonntag, 7. April 2013
Bekanntgabe des KfW-Publikumspreises der VIDEONALE.14: Sonntag, 7. April 2013

 

 

ÖFFNUNGSZEITEN:

Öffnungszeiten des Kunstmuseum Bonn:
Dienstag bis Sonntag 11:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch 11:00 - 21:00 Uhr
Montag geschlossen

 

 

EINTRITTSPREISE:

7 EURO / ermäßigt 3,50 EURO (Eintritt gilt für das ganze Museum)

Mehr Informationen zur Videonale:
auf der Webseite: v14.videonale.org
über die Videonale App, available at the Appstore (unterstützt durch die KfW Stiftung)
auf Facebook: www.facebook.com/videonale
oder per Mail: Der Videonale-Newsletter informiert regelmäßig über das aktuelle Programm. Anmeldung unter: www.videonale.org

 

 

VIDEONALE.14 Förderer und Unterstützer / Supported and sponsored by:

VIDEONALE.14 wird gefördert von / is supported by: der Stadt Bonn, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrheinwestfalen, KfW Stiftung, LVR, Kunststiftung NRW, Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn, ifa- Institut für Auslandsbeziehungen, PwC- Stiftung Jugend- Bildung-Kultur, Rheinenergie Stiftung Kultur, Medienstiftung Kultur.

 

VIDEONALE.14 wird unterstützt von / is sponsored by: cine plus (Techniksponsor), KAMEHA Grand Bonn (preferred hotel partner), Deutsche Post DHL, Deutsch Brasilianische Gesellschaft, Monkey 47, Hotel Kanzler, IBIS Hotel Bonn, Schreinerei Kolb, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel

 

Kooperationspartner / Cooperation Partners: August Macke Haus, Bonner Kunstverein, Das Esszimmer, Deutsch Brasilianische Gesellschaft, Eine Art Club, Fabrik 45, Frankenbad Bonn, Gesellschaft für Kunst und Gestaltung Bonn, - 1/MinusEins Experimentallabor der KHM, Ivo Wessel Berlin, Kunstmuseum Bonn, Künstlerforum Bonn, Mühlenkampf, SK Stiftung Kultur, JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V., SSZ Sued, Videoart at Midnight, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn

 

Medienpartner / Media Partners: blink video, Brand Eins, DNCHT, Frieze, Parkett, QVEST, Spex, Springerin, Texte zur Kunst