ZUFALL

Im Rahmen des Projektes ZUFALL arbeiten Kinder und Jugendliche in mehrtägigen Workshops mit den Schwerpunkten Theater, Kreatives Schreiben und Audioproduktion zu Videowerken aus der Ausstellung der VIDEONALE.15.

 

 

Workshops mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der VIDEONALE.15

 

Abschlusspräsentation der Projektergebnisse:

Samstag, 18. April 2015, 11-12 Uhr im Kunstmuseum Bonn

 

Thematische Klammer der Workshops ist die Frage, wie der Zufall bzw. das scheinbar Zufällige den eigenen Lebensweg bestimmt und zu unerwarteten Wendungen führt. Persönliche, soziale und gesellschaftliche Konzepte von linearen, vermeintlich idealen Lebensläufen prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die künstlerischen Workshops möchten den Fokus dagegen auf das Nicht-Lineare, die unerwarteten Wendungen und Brüche legen und damit das individuelle Moment, das menschliche Lebenslinien prägt, offenlegen.

In der Auseinandersetzung mit ausgewählten Videoarbeiten der VIDEONALE.15, die thematisch und strukturell einen Beitrag zu dieser Fragestellung leisten, und unter Einbeziehung von künstlerischen Herangehensweisen aus den Bereichen Theater, Audioproduktion und kreatives Schreiben setzen sich die Kinder und Jugendlichen aus einem persönlichen Blickwinkel heraus mit der Bedeutung des „Zufalls“ in ihrem Leben auseinander.
Schnitt als wichtiges Stilmittel der Medienproduktion im Allgemeinen und der Videokunst im Besonderen sowie die Montage oftmals heterogener, narrativ nicht-linearer Materialien, die zur Erzeugung neuer Sinnhaftigkeiten und Strukturen führen, bieten für diese Fragestellung einen idealen Ausgangspunkt. In allen Workshops werden die Kinder und Jugendlichen angeleitet, selbst mit den Medien (Video, Audio, Text) zu arbeiten und eigene Werke zu schaffen.

 

Workshop 1: Theater/Performance

In diesem Workshop wollen die Künstler mit den Teilnehmenden die Bedeutung des Zufalls für das eigene Leben untersuchen. Dies wird auf einer spielerischen Ebene mittels Improvisationen erreicht, die auf den jeweils eigenen Geschichten der TeilnehmerInnen sowie der Auseinandersetzung mit ausgewählten Arbeiten der VIDEONALE.15 basieren.
Das darstellende Spiel beruht auf der Aufmerksamkeit für die konkrete Spielsituation, die bestimmt wird durch Thema, Idee, Partner, Raum und daraus resultierender Stimmung (Atmosphäre) und deren gegenseitiger Beeinflussung. Jedes Spiel ist einmalig und so nicht wiederholbar – und zeigt so klare Parallelen zu vielen selbst erlebten Momenten im eigenen Alltag.
Workshopleitung: Bettina Heuel-Marugg, Frank Heuel,

 

Workshop 2: Kreatives Schreiben

Mithilfe des Mediums Kreatives Schreiben soll über die mediale Beeinflussung des eigenen Lebens reflektiert werden. Dabei orientieren wir uns an der Leitfrage: Folgt das Leben einer von außen, durch mediale Vorgaben bestimmten Linie? Oder bin ich frei, es nach eigenen Vorlieben zu gestalten? Wo sind diese “eigenen” Vorlieben selbst wieder medial bestimmt? Was wäre ich ohne sie, was wäre mein Leben ohne diese äußere Beeinflussung, die es formt? Wäre es besser, ganz frei zu sein? Kann man überhaupt Geschichten erzählen, wenn man ganz frei ist, oder ist man, sobald man schreibt, schon wieder Teil der medialen Erzählmaschinerie?
Workshopleitung: Lothar Kittstein

 

Workshop 3: Audioproduktion

Angeregt durch ausgewählte Videoarbeiten der Videonale 15, in denen die Themen “Zufall/unerwartete Wendung/Bruch” inhaltlich und/ oder formal eine Rolle spielen, produzieren die TeilnehmerInnen kleine experimentelle Audiostücke, in denen sie ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen in Austausch mit den Videoarbeiten bringen können. Schnitt und Montage als formale und strukturelle Gestaltungsprinzipien vieler Video- und Audioarbeiten werden dabei als Kriterien für die Erforschung von Lebensverläufen genutzt. Ausgangspunkt für Montage und Audioschnitt der eigenen Audioproduktionen sind selbst geführte Interviews, eigene Kommentare zu den Videoarbeiten, Musik, vorgefundenes Audiomaterial, Sound und  Klang.

 

Workshopleitung: Susanne Heincke, Annette Ziegert

 

Das Projekt wird im Rahmen des Projekts „Kulturbotschafterinnen und Kulturbotschafter im

Sozialraum – Kultur und Medien im Alltag“ (www.kulturbotschaft-online.de) aus dem Förderprogramm
des BMBF „Kultur macht stark“ gefördert.

 

In Kooperation mit der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn-Tannenbusch und Bonns 5. Gesamtschule.