Performing Sound Art – Formen eines erweiterten Sehens und Hörens in der Klangkunst

Mittwoch 12. Oktober 2016 // 19:00 Uhr // Auditorium des Kunstmuseum Bonn
Freier Eintritt

 

Referentin
Dr. Irene Noy  – freie Kunsthistorikerin, Autorin, Kuratorin (London)

 

Genau vor hundert Jahren, 1916, hat Marcel Duchamp sein Objekt With Hidden Noise geschaffen. Die Arbeit, die ein rasselndes Geräusch macht, wird als Vorläufer, der uns heute als Klangkunst oder Sound Art bekannten Kunst-Gattung gesehen. Dieser relativ junge Bereich der Kunst begründet sich auf Geräuschexperimente der Futuristen, Performances der Dadaisten und Aktionen des Fluxus. Doch was ist Sound Art eigentlich? Kunstexperten sind sich nicht einig, wie Sound Art zu definieren ist. Die einen sagen, es sei eine Erweiterung der Musik. Die anderen sagen, Sound Art entfalte erst das Potential verschiedener Bereiche der Video-Kunst, Performance, Bildhauerei und sogar der Malerei. Denn Sound Art besitze die Fähigkeit, die Bildende Kunst nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar zu machen.

 

Die Kunsthistorikerin Dr. Irene Noy wird in ihrem klang- und bildreichen Vortrag aufzeigen, was die Möglichkeit eines erweiterten Hörens und Sehen durch die Sound Art für uns bedeutet. Wie veränderte sich unsere Wahrnehmung der Umgebung, der Geschichte und letztendlich der Kunst jenseits des Sichtbaren durch Sound Art? Dr. Noy, die über Sound Art in London promovierte, wird wichtige Meilensteine anhand der Entwicklung der Sound Art von den 1960er bis 1980er Jahren in West-Deutschland beschreiben und darüber hinaus wichtige Erkenntnisse über die Geschlechterrollen vorstellen.

 

Bild 1: A view of a performance by the musician Manos Tsangaris at the Wandelhalle in Cologne, 1985 with Monika von Wedel’s Lyra (“Lyre,” 1984) and Doppelharpe (“Double Harp,” 1985). © Monika von Wedel Archive.

Bild 2: Christina Kubisch, Weekend, 1974. Performer, part of a Western concert flute (side-blown) and a gas mask. © Archive Christina Kubisch.