September 2006

Künstlerpräsentation: Videoarbeiten von Christoph Girardet und Matthias Müller

 

Mittwoch, 13. September 2006, 19 Uhr, Auditorium des Kunstmuseums Bonn

 

Christoph Girardet wurde 1966 in Langenhagen geboren. Er hat an der der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert (Meisterschüler 1994). Seit 1989 hat er zahlreiche Videos und Videoinstallationen produziert, seit 1994 teilweise in Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Volker Schreiner und seit 1999 mit Matthias Müller.
Einzelausstellungen fanden unter anderem im Kunstverein Hannover, der Sean Kelly Gallery, New York, und der Kunsthalle Bielefeld statt. Girardets Videos sind auf vielen internationalen Festivals gezeigt worden. 2000 erhielt Girardet ein Stipendium für das International Studio and Curatorial Program in New York und 2004 das Villa Massimo Stipendium in Rom. Er lebt und arbeitet in Hannover.

Matthias Müller wurde 1961 in Bielefeld geboren. Er hat an der Universität Bielefeld und der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert (Meisterschüler 1991). Seit 1980 hat er zahlreiche Filme und Videos produziert, seit 1985 häufig in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Dirk Schaefer und seit 1999 mit Christoph Girardet. Müllers Arbeit ist auf vielen internationalen Festivals gezeigt und mit diversen Preisen ausgezeichnet worden.
Einzelausstellungen fanden unter anderem im Neuen Berliner Kunstverein und in Tate Modern, London, statt. Müller lehrt seit 2003 als Professor für Experimentellen Film an der Kunsthochschule für Medien, Köln. Er lebt und arbeitet in Bielefeld und Köln.

 

Programm:

 

Christoph Girardet & Matthias Müller, Phoenix Tapes (#5  Bedroom, 8 min & #6 Necrologue, 2' 10 min), 1999

Die Phoenix Tapes zeigen neu montierte Einstellungen aus 40 Filmen Alfred Hitchcocks. Die sechs Kapitel konzentrieren sich auf eine subjektive Auswahl von wiederkehrenden Leitmotiven seiner Filme.

#5  Bedroom. Eine Kurzgeschichte: Hitchcocks aufreizende Frauen werden eingesperrt, gedemütigt, gefesselt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet.

#6 Necrologue. Eine stumme, eingefrorene Heroine in einem Stadium zwischen Agonie und Apathie, Traum und Tod.

 

Christoph Girardet & Matthias Müller, Manual, 9'30 min, 2002
Manual verbindet Bilder einer überkommenen Technologie aus amerikanischen Fernsehserien der 60er Jahre mit der weiblichen Stimme aus einem Hollywood-Melodram. Absolute Distanz trifft auf übersteigerte Emotion. Mit seinen endlosen Großaufnahmen von Knöpfen, Schaltern und Kontrolltafeln führt Manual die Idee der Handhabbarkeit des Lebens ad absurdum.

 

Matthias Müller, Phantom, 4' 40 min, 2001
A geography of shadows.Silhouettes appear in layers of transparent gauze that never quite take shape. These anaemic figures, seen in negative, are forced to wander between narratives restlessly. They are confined to a cinematic space they cannot leave. They are a living dead who have lost their way. Caught in a succession of mirrored gestures, and a loop which repeats without end, these phantoms remain forever mysterious.They are the secret that lies between stories. They are the story which must never be told.

 

Christoph Girardet, Absence, 8'30 min, 2002
Im weißen Projektionslicht erscheinen durch langsame überblendungen geloopte Bilder von inszenierter Abwesenheit, die größtenteils aus Schwarzweißfilmen der Serie Der Unsichtbare aus den 30er bis 60er Jahren stammen. Reduzierte filmische Ereignisse in kulissenartigen Sets, die durch die Anwesenheit eines unsichtbaren Akteurs beinflusst zu sein scheinen, formen sich zu einem Enigma über das Phänomen des Verschwindens.

 

Christoph Girardet & Matthias Müller, Mirror, 8 min, 2003
Eine Frau, ein Mann, Gäste einer Abendgesellschaft. Schauplätze, die sich zunehmend leeren, Überbleibsel eines Geschehens, Blicke, die ihren Gegenstand verloren haben. Eingefrorene Tableaux werden in Mirror allein vom Licht belebt, das Verbindungen herstellt, die Figuren aber auch isoliert und vom sie umgebenden Raum loslöst. Wie eine Spiegelachse läuft ein Riss durch die Bildmitte, der die Hälften gleichzeitig trennt und zu einem Motiv vereint. Mirror kreiert ein Stimmungsbild des Dazwischen, der namenlosen Sphäre zwischen Zusammengehörigkeit und Vereinzelung.
Die Personen einer Tragödie, die Orte, die Luft, die dort geatmet wird, sind manchmal fesselnder als die Tragödie selbst, ebenso die Momente, die ihr vorausgehen und ihr folgen, wenn die Handlung stillsteht und die Rede verstummt. (Michelangelo Antonioni)

 

Christoph Girardet & Matthias Müller, Kristall, 14' 30 min, 2006
Kristall entwirft ein Melodram in klaustrophobisch anmutenden Spiegelkabinetten.Wie ein anonymer Beobachter observiert der Spiegel Szenen von Intimität. Er erzeugt ein Bild im Bild, das den Figuren einen Rahmen gibt. Gleichzeitig lässt er sie uneins mit sich selbst und vielfach gebrochen erscheinen. Das Instrument der Selbstvergewisserung und narzisstischen Inszenierung wird zu einem machtvollen Gegenspieler, das Gefühl von Fragilität, Zweifel und Verlust verdoppelt.

 

Unterstützt von der

und 

gefördert durch den

Ministerpräsidenten

des Landes

Nordrhein Westfalen

 
 
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