Vela, Paola.

*1973 in Peru, lebt in Lima PE
Studium der Bildenden Künste an der Fine Arts at the Catholic University Peru PE

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 I Berlinale Talent Campus. 58 Berlinale Film Festival, Berlin D
2007 XXIV Bogota Film Festival. III Anima.Cine Section, Bogota CO
2006 X Lima Film Festival. Digital Section, Lima PE

 

 

A Chinese Dream

2007 >> 04:30 Min, Ton, S/W

 

Eine Katze, die sich putzt, während man den Rhythmus eines Herzschlags hört. Ein Notenständer, der einen bizarren Schatten an die Wand wirft, ein Blatt mit chinesischen Schriftzeichen. Auf einmal wird der Herzschlag schneller und schließlich von einem dissonanten Akkord unterbrochen. Im Zentrum von Paola Velas Video stehen verschiedene Gegenstände chinesischer Herkunft, die vor einer rhythmischen Tonkulisse in rapider Schnittfolge mit Licht- und Schattenkontrasten präsentiert werden. Die Objekte bleiben unbewegt. Bewegung bietet nur die lebendige Katze sowie das Zerrbild, das durch eine vorgehaltene Lupe entsteht. Auch Paola Velas Konterfei wird im Verlauf des Videos durch diese Lupe verzerrt. Die in Peru lebende Künstlerin konfrontiert uns in ihrer Arbeit mit ihren chinesischen Wurzeln. Dabei spielt sie mit Klischees wie der Manekineko-Glückskatze, den chinesischen Schriftzeichen und dem Klang eines Gongs. Der Betrachter erfährt eine Aneinanderreihung von visuellen und akustischen Eindrücken, die jeglicher Kohärenz und Narration entbehren. Sie erzählen dennoch eine Geschichte, nicht zuletzt die der chinesischen Einwanderer in Peru. Paola Vela webt in ihrem Video ein Geflecht aus Objekten und Geräuschen, so dass eine Verquickung von Bild und Ton entsteht: Die akustischen Bilder, die eine eigene Tonästhetik erzeugen, formen einen Gegenpol zu den rhythmischen Schnitten, die eine Bild gewordene Musik suggerieren. Nichts gibt sich klar zu erkennen. Alles ist möglich. Wie in einem Traum.

 

Viviane Huppertz