Vasarhelyi, Zsolt.

*1970 in Debrecen HU, lebt lives in Budapest HU
1999-2002 Studium an der studied at the University of Pécs, Faculty of Arts, Pécs HU
1998 University of Hertfordshire, Faculty of Art and Design UK

 

Ausstellungen [Auswahl]:

 

2008 t.error, Mücsarnok Kunsthalle, Budapest HU
The 61st International Film Festival Locarno CH
2006 Lost and Found, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden D
2005 Waldsee, 1944, Collegium Hungaricum, Berlin D

 

 

Yamakasi

2007 >> 04:36 Min, Ton, Farbe

 

Der Protagonist des von Rap-Musik rhythmisch untermalten Videos erklettert eine Felswand. Sukzessive offenbart sich durch Fußgänger, Autos und Bäume im Hintergrund, dass das Bild um 90 Grad gedreht aufgenommen wurde und er in einer Stadt auf dem Boden entlang kriecht. Mit dem Titel Yamakasi bezieht sich Zsolt Vasarhelyi auf die erste Gruppe von Parkour, eine von David Belle begründete Sportart, in welcher der so genannte Traceur sich ohne Hilfsmittel mit Eleganz, schnell und effizient durch den urbanen Raum bewegt. In der Bemühung um die kürzeste Route überwindet er alle Hindernisse, die ihm in den Weg kommen - Autos ebenso wie Zäune oder Häuser. Belle selbst sieht Parkour als kreative Kunst, die dabei hilft, die eigenen durch Körper und Umwelt gesetzten Grenzen zu erkennen und zu überwinden. Heute sind die meisten Traceure Einwanderer oder kommen aus den ärmlichen Vororten französischer Städte. Die überwindung von gesellschaftlichen Hindernissen im Existenzkampf marginalisierter Gruppen scheint in der sportlichen Herausforderung von Parkour sowie in den Rap-Lyrics eine Entsprechung zu finden. So gesehen metaphorisiert Vasarhelyis Video den Kampf des Individuums. Das anstrengende und langsame Fortschreiten des Protagonisten und die ironische Weise der Aufnahme deuten an, dass Leistung sich auf einer sozialen Skala nicht wesentlich auswirkt: Jedes Individuum versucht eine bewusste Beziehung zur Umwelt aufzunehmen und bildet sein Selbstverständnis als Folge der inneren Motivation.

 

Wen Sun