VIDEONALE.16

Die 16. Ausgabe der Videonale – Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen fand vom 17.02.-02.04.2017 im Kunstmuseum Bonn und verschiedenen Orten in der Stadt Bonn statt.

 

In der Ausstellung wurden 43 internationale Positionen aktueller Videokunst präsentiert. Begleitet wurde die Ausstellung durch ein viertägiges umfangreiches Festival- und Diskursprogramm sowie den Videonale.Parcours – ein dreiwöchiges Ausstellungsprojekt mit studentischen Positionen in der Bonner Innenstadt.

 

Alle Informationen zur Videonale.16 unter: v16.videonale.org

 

Videodokumentationen zum Diskursprogramm: http://v16.videonale.org/#programm

 

 

„Vor dem Spiegel spielt das Subjekt sein eigenes Reales und sein eigenes Imaginäres. Im Objekt aber, auf Bildschirmen im Allgemeinen und vermittels aller Medientechniken wird die Welt virtuell, das Objekt liefert sich ‚potentiell‘ aus und treibt sein eigenes Spiel.“ [Jean Baudrillard, Videowelt und fraktales Subjekt (1988)]

 

PERFORM! stand als thematischer Rahmen über dem Wettbewerb und Festivalprogramm der 16. Ausgabe der Videonale ̶ Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen.

 

Die Performance als künstlerische Handlung war in ihren Anfängen ein Akt der Befreiung – eine Absage an tradierte Rollenbilder und Erwartungen des Kunstsystems. Heute dagegen steht Performance immer weniger für eine Freiheit des Ausdrucks, als vielmehr synonym für einen Befehl zur Aktion. Durch unsere ständige Interaktion mit digitalen Endgeräten, in denen wir unsere Spuren hinterlassen, der steten Aufforderung zur Selbstpräsentation des Individuums im Netz, und zur Selbstoptimierung als wirtschaftliches Subjekt, wird unser Leben – bewusst oder unbewusst – zur Dauerperformance. Unsere Bewegungen werden zu Choreographien im öffentlichen Raum, die wir nur noch bedingt selbst gestalten können.

 

Dies impliziert einerseits Konstellationen von Kontrolle und Zwanghaftigkeit, andererseits aber auch völlig neuen Möglichkeiten der Teilhabe an gesellschaftlichen, politischen und künstlerischen Prozessen, der Interaktion, Kommunikation und Manipulation, die kreativ nutzbar gemacht werden können. Die Grenzen zwischen realem und virtuellem Raum, PerformerIn und Publikum, BeobachterIn und Beobachtetem verschwimmen dabei zusehends. Wie beeinflusst das unsere Beziehungen und Kommunikation, unser Interagieren als gesellschaftliches und politisches Subjekt, unsere Handlungen in der Öffentlichkeit?

 

Welche Auswirkungen hat der performative Imperativ auf unsere Wahrnehmung von Körper und Geist? Wann sind wir PerformerIn, wann Publikum oder wann auch selbst ChoreographIn? Wann ist Performance nur ein anderes Wort für Anpassung, Kontrolle und Reaktion? Und schließlich: wann und wie ist sie immer noch Ausdruck von experimenteller, kreativer und zuweilen subversiver Aktion?

 

KünstlerInnen der VIDEONALE.16

Maria Antelman, Ale Bachlechner, Miriam Bajtala, Cooper Battersby & Emily Vey Duke, Jasmin Bigler & Nicole Weibel, Jared Buckhiester & Dani Leventhal, Jasmina Cibic, Yao Cong, Anita Delaney, An Van Dienderen, Jan Dietvorst & Roy Villevoye, Lisa Domin, Doplgenger, Teboho Edkins, Lotte Meret Effinger, Kevin Jerome Everson, Alex Gerbaulet, Miriam Gossing & Lina Sieckmann, Max Grau, Shadi Harouni, Louis Henderson, Vika Kirchenbauer, Sabrina Labis, Alwin Lay, Erik Levine, Randa Maroufi, Jennifer Mattes, Stefan Panhans, Lucy Pawlak, Benjamin Ramírez Pérez, Stefan Ramírez Pérez, Rachel Rampleman, Steve Reinke, Michael Robinson, Julia Scher, Sanaz Sohrabi, Moritz Uebele, Anna Vasof, Roy Villevoye, Philip Widmann, Susanne Wiegner, Felix Zilles-Perels, Moira Zoitl

 

Jury VIDEONALE.16

Alexander Basile (Künstler, Köln), Dr. Julia Draganovic (Direktorin Kunsthalle Osnabrück), Katrin Mundt (Freie Kuratorin, Bochum), Tasja Langenbach (Künstlerische Leitung Videonale), Tobias Yves Zintel (Künstler, Berlin/Köln), Nicole Yip (Direktorin, LUX Scotland)

 

Preis der fluentum Collection VIDEONALE.16

Zur Eröffnung der VIDEONALE.16 am 16. Februar 2017 wurde die Arbeit „Le Park“ von Randa Maroufi mit dem mit 5.000 Euro dotierten Videonale Preis der fluentum Collection ausgezeichnet. Eine lobende Erwähnung ging an Louis Henderson mit „Black Code / Code Noir“.
Die fluentum Collection ist eine private Sammlung zeitbasierter Medienkunst mit Sitz in Berlin, die seit einigen Jahren auch künstlerische Werke koproduziert. Vor diesem Hintergrund finanziert die fluentum Collection in diesem Jahr zum ersten Mal den Videonale Preis und möchte damit die/den ausgezeichnete/n KünstlerIn bei der Produktion neuer Arbeiten unterstützen.

 

Preis-Jury VIDEONALE.16
Stephan Berg (Direktor Kunstmuseum Bonn), Markus Hannebauer (fluentum Collection), Stefanie Kreuzer (Hauptkuratorin Museum Morsbroich), Shelly Nadashi (Künstlerin, Brüssel, Preisträgerin der Videonale 15), Thomas Thiel (Direktor Bielefelder Kunstverein)

 

Performance striKING 5.0 @ Videonale.16, (c) JoHempel Photography

 

VIDEONALE.16 Festival und VIDEONALE.Parcours

Die Ausstellung zur VIDEONALE.16 wurde begleitet durch ein umfangreiches Festivalprogramm mit Künstlergesprächen, Performances, Diskussionsrunden, Retrospektiven, Führungen, Workshops und Vermittlungsprogrammen.
Zum dritten Mal fand der VIDEONALE.Parcours an verschiedenen Orte in der Stadt Bonn statt (18.2.-12.3.2017, Eröffnung: 17.2.2017) – in dieser Ausgabe mit Werken von Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Kunsthochschule für Medien Köln.
Der VIDEONALE.Parcours wurde kuratiert von Lisa Bosbach und Sonja Wunderlich.

 

Die Ausstellungen – VIDEONALE.16 und VIDEONALE.Parcours – sowie die Sonderprojekte und das Festivalprogramm wurden im Katalog zur VIDEONALE.16 dokumentiert.

 

Ausstellungsarchitektur VIDEONALE.16
Wie in den vergangenen Jahren fand die VIDEONALE.16 in den Wechselausstellungsräumen des Kunstmuseum Bonn statt. Die Ausstellungsarchitektur wurde gestaltet von Ruth M. Lorenz maaskant Berlin, Architektin und Ausstellungsdesignerin. Sie realisierte Ausstellungsarchitekturen u.a. für Stedelijk Museum Amsterdam, Akademie der Künste Berlin, Haus der Kulturen der Welt Berlin, ZKM Karlsruhe und HMKV am Dortmunder U.
Die dortige Ausstellung "Sounds like Silence" erhielt den AICA-Kritikerpreis.
www.maaskant.de

 

 

 

VIDEONALE.16 wurde gefördert von:

Stadt Bonn, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrheinwestfalen, Landschaftsverband Rheinland, Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn, Kunststiftung NRW, MedienStiftung Kultur, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Katholisches Bildungswerk

 

VIDEONALE.16 wurde unterstützt von:
cine+ (technical sponsor), Bonnox Boarding House & Hotel in Bonn, BaseCamp Young Hostel Bonn, DHL (Preferred Logistics Partner)

 

Der Videonale Preis wurde unterstützt von:
fluentum collection

 

Kooperationspartner:
Kunstmuseum Bonn, Bonner Kunstverein, Bundeskunsthalle, Fabrik45, Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Hochschule für bildende Künste Hamburg, Hochschule für Gestaltung Offenbach, IBIS Hotel Bonn, Ivo Wessel Berlin, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln, Kunsthochschule für Medien Köln, Künstlerforum, medienwerk.nrw, NRW KULTURsekretariat, SK Stiftung Kultur, Schaumburg, Dialograum der Kreuzung an St. Helena, S.Y.L.A.NTENHEIM

 

Medienpartner:
brand eins, Camera Austria, Eikon, Parkett, Springerin, Texte zur Kunst, Stadtrevue, Art Blog Cologne, Spike, Kunstforum International

 

Fotos Ausstellungsansicht (c) David Erl und Jo Hempel